Hydrologie

Wassermengen

Betrachtet man Wassermengen, so sind zwei verschiedene "Mengen" von Interesse: die zur Nutzung zur Verfügung stehende Menge und die tatsächlich genutzte Menge. Die genutzte Wassermenge in der BRD, die sich nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschan Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) im jährlichen Mittel auf 41 Mio Liter beläuft, lässt sich auf die unterschiedlichen "Sektoren" aufteilen:

Wassernutzung in der Bundesrepublik nach Sektoren:

  • Wärmekraftwärke (64%)
  • Industrie (23%)
  • Haushalte (9%)
  • Landwirtschaft (4%)

Im globalen Durchschnitt liegt allerdings eine ganz andere Aufteilung des Wasserverbrauchs vor:

  • Landwirtschaft (75%)
  • Wärmkraftwerke (10%)
  • Industrie (9%)
  • Haushalte (6%)

Wie man sieht, wird sehr viel Wasser in Industrie und Landwirtschaft benötigt. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Mengen, die zur Produktion verschiedener Verbrauchsgüter benötigt werden:

Wasseraufwand für industrielle Produkte

PKW:  10.000-20.000 l Wasser
1 kg Fleisch:  5000 l Wasser
1 kg Brot:  1000 l Wasser
1 kg Orangensaft:  1000 l Wasser
1 kg Tomaten:  80 l Wasser
1 Blatt Papier:  2,75 l Wasser
1 kg Stahl:  18 l Wasser
1 l Bier:  5 l Wasser
1 kg Zucker:  1,5 l Wasser

All dieses Wasser kann aber natürlich nur dann eingesetzt werden, wenn es vorhanden und damit verfügbar ist. Die für die Nutzung verfügbare Wassermenge lässt sich mit Hilfe des Wasserdargebots bestimmen.

Wasserdargebot

Die zweite interessante "Menge" ist also die Wassermenge, die zur Verfügung steht. Sie lässt sich aus dem Wasserdargebot ableiten. Das Wasserdargebot ergibt sich aus der Summe von Niederschlag und dem Zufluss von Oberliegerstaaten. Für Deutschland sind das 790 mm/a Niederschlag und ca. 200 mm/a Zufluss aus der Schweiz, Österreich und Tschechien. Zusammen ergeben sich also rund 990 mm/a (Baumgartner & Liebscher, 1996). Dieses Wasser ist allerdings nur theoretisch nutzbar, da ja ein erheblicher Teil auf natürlichem Wege wieder verdunstet, zum einen als Transpiration über Pflanzen, zum anderen von Wasserflächen oder von unbewachsenem Boden. In Deutschland sind das im Mittel 490 mm/a.

Die Differenz zwischen dem Wasserdargebot und der Verdunstung beläuft sich damit auf rund 500 mm/a und wäre im Prinzip nutzbar. Tatsächlich werden derzeit in Deutschland nach dem BGW aber nur ca. 23% davon für die Wasserversorgung verwendet.

Dies ist aber auch sinnvoll, da ja nicht nur der Mensch das Wasser nutzt, sondern die Umwelt, Pflanzen und Tiere ebenso bestimmte Ansprüche an das Wasser haben. Jeder Eingriff in den hydrologischen Kreislauf kann an der Stelle des Eingriffs oder auch anderswo Auswirkungen für andere Nutzer (Tiere, Pflanzen) haben. So kann z.B. die übermäßige Entnahme von Trinkwasser zur Absenkung des Grundwasserspiegels führen, die wiederum zur Folge haben kann, dass manche Pflanzen eben dieses Grundwasser nicht mehr nutzen können und nicht mehr existieren können. Diese Folge sollte also ebenso vermieden werden wie die langfristige Ausschöpfung der Wasserressourcen. Um die Ausschöpfung zu vermeiden wurde der Begriff der "nachhaltigen Nutzung" der Wasserressourcen bzw. auch der nachhaltigen Wasserversorgung definiert. Der OOWV hat auf seiner Homepage sein Grundwasserschutzprogramm veröffentlicht. Wesentliche Punkte der OOWV-Leitlinien sind:

  • ein Flächenhafter Schutz des Grundwassers und offener Gewässer,
  • die Minimierung des Eintrags schädlicher Stoffe ins Grundwasser und allgemein in Gewässer,
  • die Minimierung der Entnahme von Wasser aus den verfügbaren Wasserreservoiren (Grundwasser, Flusswasser, Talsperren),
  • die Beachtung ökologischer Aspekte bei der Bestimmung der langfristig nutzbaren Wasserressourcen und
  • die Animation der Wassernutzer zum Wassersparen.