Hydrologie

Süßwasserlinse und Boden

Für die Form und die Größe einer Süßwasserlinse sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Dazu gehören Form und Größe der Insel, die Tidebewegung, Niederschlagsmenge, Versickerungsrate und die Position, Ausdehnung und das Alter der Dünen, denn hier findet der Großteil der Grundwasserneubildung statt. Weiter spielen Salzwassereinbrüche während Sturmfluten, die Menge der Wasserentnahme und der Boden eine große Rolle.

Der Boden ist das Medium, durch das sich das Regenwasser seinen Weg suchen muss um zum Grundwasser zu gelangen. Je nach Feinheit seiner Partikel hat der Boden verschiedene Eigenschaften wie Wasserhaltevermögen oder Schadstoffpufferung.

Auf den Ostfriesischen Inseln besteht der Boden vor allem aus Sanden. Grob gesehen gibt es drei Schichten von verschiedenen Substraten. An der Oberfläche befinden sich kalkarme Dünen, die nur sehr schlecht Wasser speichern bzw. Schadstoffe puffern können. Darunter (ab etwa drei Meter) findet man marine Sedimente mit einem relativ hohem Karbonatgehalt. Den Untergrund bilden ab etwa 30 m kalkfreie eiszeitliche Schmelzwassersande.

Die Grundwasserneubildung findet hauptsächlich durch Versickerung von Regenwasser im Dünenbereich statt. Hier gibt es weder viel Vegetation noch bietet der Boden großen Widerstand gegen das Versickern des Niederschlages. Durch das schnelle Versickern werden jedoch auch die wenigen Nährstoffe aus den Sanden rasch ausgewaschen.

Auf diesen unwirtlichen Sanden kann nur sehr wenig Pflanzenwachstum stattfinden und die Bodenentwicklung dauert dementsprechend lange (vgl. Abb.2).





Podsol - Ranker

Abb.2 - Ein Podsol-Ranker aus Dünensand. Ein Beispiel für die nährstoffarmen Böden der Dünengebiete (mit freundlicher Unterstützung des NLFB)





Durch die langsame Bodenentwicklung gibt es auf der Insel auch eine grobe räumliche Verteilung von Bodentypen. Demnach haben wir im Norden direkt hinter dem Strand die jungen Weißdünen, die sich nach Süden hin zu Graudünen und später zu Braundünen entwickeln und im Süden noch vor dem Deich die Binnenmarschen (Siehe Abb.3). Die Namen leiten sich vom Aussehen der Dünen ab. Die Weißdünen bestehen aus neuen Sanden, die gerade erst aufgeweht wurden. Hier wächst nicht viel und das noch nicht lange. Deshalb ist der Boden noch sehr ursprünglich und hell. Auf den alten Braundünen hatten Pflanzen schon lange Zeit sich zu etablieren und aus den abgestorbenen Pflanzen hat sich Humus entwickelt, der die Dünen färbt. Der unterschiedliche Gehalt an Humus (Weißdünen ohne Humus, Braundünen mit Humusanteil) hat starken Einfluss auf die Eigenschaften des Bodens. Humus kann viel besser Wasser halten und Schadstoffe filtern als der mineralische Sand.

Dünenbildung

Abb.3 - Schema der Abfolge verschiedener Dünentypen auf einer Nordseeinsel (mit freundlicher Unterstützung des NLFB)

Die ausgeprägtesten Böden findet man in Gebieten, in denen das Grundwasser dicht an der Oberfläche ansteht, also in den Dünentälern im Inneren der Insel. Die so genannten Gleye zeichnen sich durch hohe Wasserleitfähigkeiten aus.