Hydrologie

Mittelgebirge und ihre Entstehung

Von einem Mittelgebirge spricht man bei einem Gebirge, dessen Erhebungen etwa zwischen 500 und 1500 m liegen. Glaziale Formen, wie sie im Hochgebirge vorkommen, sind (bedingt durch die geringe Höhe) nicht vorhanden, und auch die Vegetation weist, im Gegensatz zum Hochgebirge, keine oder nur sehr wenige unterschiedliche Höhenstufen auf.

In Deutschland gibt es, gemäß der obenstehenden Definition insgesamt 40 Mittelgebirge.

Im Einzelnen sind dies: der Bayerische Wald, die Eifel, das Elbsandsteingebirge, die Elm, das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, der Fläming, der Frankenwald, die Fränkische Alb, der Habichtswald, der Harz, der Hohe Meißner, der Hunsrück, der Kaiserstuhl, das Knüllgebirge, der Kaufunger Wald, der Kyffhäuser, der Lappwald, das Leinebergland, der Oberpfälzer Wald, der Odenwald, der Pfälzer Wald, der Reinhardswald, das Rheinische Schiefergebirge, die Rhön, das Rothaargebirge, das Sauerland, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, der Solling, der Spessart, der Taunus, der Teutoburger Wald, der Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge, der Vogelsberg, der Vogler, der Westerwald, das Wiehengebirge und das Zittauer Gebirge. 
Das nördlichste aller genannten Gebirge ist der Harz, am weitesten im Süden liegt der Kaiserstuhl. 

 
Entstanden sind all diese Mittelgebirge vor 400 – 250 Millionen Jahren, in einem komplizierten Vorgang, den man als variszischen orogenen (= gebirgsbildenden) Zyklus oder variskische Orogenese bezeichnet. Sehr vereinfacht gesagt wurden dabei (in ganz Mitteleuropa) die einzelnen Gesteinsschichten unter großem Druck übereinandergeschoben und dadurch aufgefaltet, genauso wie man einen Teppich zusammenschiebt.

Die Hauptursache für dieses Phänomen liegt in der Plattentektonik, genauer gesagt in den enormen Druckverhältnissen, die sich ergaben, als sich die beiden Kontinentalschollen Laurussia (auch Laurasia genannt) und Gondwana-Land zum Superkontinent Pangaea (oder auch Pangaia) zusammenschlossen. Auf diese Weise entstand also das sogenannte variskische Grundgebirge – eine zunächst einheitliche, zusammenhängende Gebirgsmasse, die jedoch im weiteren Verlauf der Erdgeschichte (unter anderem bedingt durch den stetig wachsenden Druck der afrikanischen Kontinentalplatte auf die europäische und die daraus resultierende Auffaltung der Alpen) mehr und mehr Risse bekam und schließlich in viele kleinere Gebirgsschollen zerfiel. Diese einzelnen „Puzzleteilchen“ sind unsere noch heute existenten, deutschen Mittelgebirge.

Ihr hohes Alter kann man übrigens gut an den abgerundeten Kuppen der einzelnen Berggipfel erkennen – während die Alpen als einziges deutsches Hochgebirge mit einem Alter von gut 50 Millionen Jahren noch sehr spitze Gipfel haben, wurden die einstmals spitzen Gipfel der heutigen Mittelgebirge im Lauf der Jahrmillionen schon wieder von Wasser und Wind abgetragen und glattgeschliffen.