Hydrologie

Die Geest

(von niederdeutsch "güst" = karg, unfruchtbar....)


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Abb. 1 - Geestlandschaft im Winter bei Bergedorf
(Foto: H. Bormann)


Abb. 2 - Geestlandschaft im Winter bei Börnsen
(Foto: H. Bormann)

Ohne die Eiszeiten müssten wir schwimmen

Die Geest nimmt mit 64% der Fläche den größten Teil des Landes Niedersachsen ein. Sie ist ein Erbe der Eiszeiten, genauer gesagt, der zweiten von dreien.

Insgesamt gab es bis dato drei Eiszeiten, die den Norden (und Süden) Deutschlands betrafen. Sie wurden jeweils nach den Hauptflüssen, die sie als geographische Grenze nicht überschritten, benannt:

  • Elster
  • Saale
  • Weichsel 

Aus Gründen der Vollständigkeit sollen noch hier die im Süden relevanten genannt werden:

  • Riss
  • Würm
  • Mindel 

An dieser Stelle soll nicht näher auf die einzelnen Warm- und Kaltzeiten eingegangen werden. Mehr als genug Literatur zu diesem Thema steht zur Verfügung.

Vor der ersten Eiszeit schwankte der Meeresspiegel der Nordsee bis zu 100 m. Durch die zweite Eiszeit (Saale) kam es zu Ablagerung von bis zu 200 m Höhe. Andernfalls würde die heutige Oldenburgische-Ostfriesische Region nicht existieren und wir würden entweder eine Situation haben wie im Film Waterworld, hätten Flächen mühsam gepoldert wie unsere niederländischen Nachbarn oder würden der Einfachheit halber nicht hier wohnen.

 

Modelliert durch Eis und Fels

Das heißt, die Saale-Eiszeit, deren mächtige Gletscher sich aus Skandinavien kommend über große Teile Nordwestdeutschlands bewegten, brachte die Bausubstanz unserer heutigen Landschaft mit. Doch nicht nur große Felsblöcke, Steine und Sand bliebén nach Abschmelzen der Gletscher zurück, sondern auch die geologischen Grundrisse der Region. Zwangsläufig fällt in diesem Zusammenhang der Begriff einer „glazialen Serie“.

 


Exkurs: Glaziale Serie
Eine glaziale Serie beschreibt die verschieden geformten und entstandenen Teile einer Landschaft nach Abschmelzen des Gletschers. Sie besteht aus Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal (Abb. 3).

   Glaziale Serie

 Abb. 3 - Glaziale Serie

Aus bodenkundlicher und hydrologischer Sicht wird zwischen dem grundwassernahen Teil und dem grundwasserfernen Teil unterschieden. Grundwassernah sind Talsandniederungen und Urstromtäler, grundwasserfern sind die Geestplatten und Grundmoränen, sowie die Endmoränen und Sander. Detaillierte und weiterführende Ausführungen können Sie der gängigen Fachliteratur entnehmen


 

Die dritte Eiszeit hatte nur noch indirekten Einfluss auf unsere Landschaft. Sie nahm klimatisch bedingte einzelne Feinformungen vor. So finden sich heute z.B. noch an der Ems große Flugsandflächen, die durch starke Winde aus Moränenmaterial entstanden sind. Insgesamt handelt es sich bei der Geest um eine Altmoränenlandschaft.